Mensianer – unerwartet hochbegabt

Mensianer

Einige Monate habe ich hier nichts mehr veröffentlicht. Ruhig war es also nach außen. Aber hinter den Kulissen, da nahm mein Leben eine für mich unglaubliche Wendung.

Ich erschuf mir diesen Ort eigentlich um zu teilen. Das, was ich erlebt habe, welche Sichtweisen und Ideen ich habe und wie ich damit versuche, meinen Kindern ein besserer Vater sein zu können. Das, was in mir ist, nach außen zu tragen, offen zu sein und Neues willkommen zu heißen.

Dass diese innere Haltung wichtig ist, war mir klar, das wird viel zitiert und oft geraten. Doch was passieren kann, wenn man es denn wirklich macht – wie schnell sich Dinge von jetzt auf gleich dann verändern –, das kann man nur schwer erahnen. Und glauben erst recht nicht. Glauben wollte ich aber, denn zu verlieren hatte ich nichts mehr. Glaube war also irgendwie der letzte Strohhalm, nachdem ich rational versucht hatte, aus dem Alten auszubrechen, in mich zu horchen und Veränderung zu leben und herbeizuführen.

Denn mein Job machte mich weiterhin wirklich krank. Das, was ich dort tue, wie ich es tun sollte und wie die Kollegen es taten oder Entscheider vorantrieben – es ergab für mich keinen Sinn und erfüllte mich nicht. Die Frage nach dem „Warum“ wurde kurz vor meinem 40. Geburtstag unerträglich. Warum nicht einfach aushalten können? Die wenige Arbeit und das erledigen, was es zu erledigen gibt, Schnauze halten und gut ist? Nope. Keine Chance.

Irgendwie stieß ich dann in diesem „Offensein“ über Umwege, Recherche und meinen Lieblingspodcast auf Numerologie. Triefend esoterisch. Oder doch nicht? Weil mich Spirituelles und Übernatürliches interessiert, ich es magisch finde – und was gibt es Cooleres als Magie? – las ich etwas dazu. Ich machte meinen Lebenszahl-Check. 11. Meisterzahl. Alte Seele. Bestimmung. Familie heilen als der größere Auftrag. Drei weitere 11 bei meinen Kindern. Puh, ja gut. Wer meine Vita kennt und nur leicht gläubig ist, der bekommt jetzt Gänsehaut. „Die 11 wird dich finden, wenn es Zeit ist und sie wird sich dir anders zeigen, als du vermutest.“ Alles klar. Gehen wir dem mal für einen Moment nach und sind offen. Offen für das Universum, dachte ich.

Ich saß sprichwörtlich vor meinem PC, schaute nach oben und sagte: „Ok, Universum, was willst du mir sagen? Ich bin offen.“

Glaubt mir jetzt eh keine Sau, aber es klingelte das Telefon. Das Universum war nicht dran. Aber die Schule. „Hier ist Frau J. Ihr Sohn muss abgeholt werden. Bauchschmerzen.“

Gefühlt unterbrach ich also meine Verbindung ins All, um dem nachzugehen. Kind abholen. Hören, was los ist. Klar war: Bauchschmerzen können es sein, körperlich, aber vermutlich ist irgendetwas los. Mental. Darauf bereitete ich mich vor. Auf dieses Gespräch mit ihm. Und so war es auch. Er polterte los, dass die Schule langweilig ist, er nicht mehr drangenommen wird, dass die Themen nie tiefer besprochen werden und er noch tausend Fragen hat, die keiner hat.

Kurzfassung: Ich recherchierte, was man machen kann. Mit seiner Vorgeschichte war Begabung ein Thema und ich recherchierte hierzu etwas genauer. Hochbegabung – wie äußert sich das, wenn man nicht gefördert wird?

Was ich dort fand und was ich dort las, las sich sehr eigenartig. Ich bekam ein komisches Gefühl und irgendwie las ich doch da … über mich. Diese Vita, die dort beschrieben wurde: Wie Kinder sich verhalten, wenn es nicht entdeckt, nicht erkannt und gefördert wurde. Wie sich diese Kinder dann zu Erwachsenen entwickeln und was dann die Folgen daraus sein können. Zwischenzeitliche Sorgen von Schizophrenie und anderen geistigen Wahnzuständen machten sich breit, aber ich blieb offen und ging dem nach.

Heute kam dann ein Brief. Auf den ich gewartet hatte. Da ich unglaublich unsicher in dieser Thematik war, vertraute ich nicht nur einem Test, den ich machte (der bereits, oh Wunder, auch „schuldig im Sinne von hochbegabt“ war), sondern machte anschließend den offiziellen Mensa-Test bei uns in der Nähe.

Tja … Ich bin ein „M“ oder „Mensianer“. Hochbegabt. Und damit hat wohl niemand gerechnet. Und zuallerletzt ich. Auch wenn jetzt alles deutlich mehr Sinn ergibt.

Und die Reise, die vor einigen Monaten mit dem ersten Eintrag hier begann, hat ihre erste faustdicke Überraschung geliefert.

Spät entdeckte Hochbegabung
https://www.mensa.de/buch/